Naturkosmetik selber machen, Ätherische Öle, Pflanzenöle, Heilkräuter, rein natürlich

11. Januar 2011

Allergietest ausführen

Foto:moorhenne/pixelio.de




Wie prinzipiell alle Rohstoffe, können auch ätherische Öle in manchen Fällen Allergien auslösen.


Daher sollte grundsätzlich vor der ersten Verwendung ein Test auf Hautverträglichkeit ausgeführt werden.







Allergie-Test ausführen

Um ein ätherisches Öl auf Hautverträglichkeit zu testen, wie folgt vorgehen:

·       3 Tropfen ätherisches Öl mit 10 ml Pflanzenöl (etwa 1 Esslöffel) vermischen.
·      Auf eine ca. walnussgroße Stelle auf ein relativ empfindliches Hautgebiet auftragen – zB Innenseite des Unterarmes, Innenseite des Oberschenkels oder in der Armbeuge.  
·      Mehrere Stunden einwirken lassen – am besten 24 Std. lang – ohne es abzuwaschen.
·      Zeigen sich keine Abwehr- oder Reizreaktionen (Rötungen, Jucken, Pustel, Pickel), kann davon ausgegangen werden, dass das ätherische Öl höchstwahrscheinlich gut vertragen wird.
·      Bei Unsicherheiten, den Test wiederholen.
·      Wichtig: immer in der Verdünnung testen, die später auch in den Pflegeprodukten verwenden wird. Nicht mit unverdünntem ätherischem Öl testen.
·       Ätherisches Öl immer nur in einem Pflanzenöl verdünnt testen, das vorher ebenfalls getestet wurde. 
·       Zeigen sich Anzeichen von Abwehr- oder Reizreaktionen, diesen Rohstoff nicht verwenden.
·      Sollten sich trotz Testung bei späterer Anwendung ätherischer Öle in einem Pflegeprodukt, Massageöl oder Aroma-Bad Hautrötungen, Hautjucken oder Pustel zeigen, die länger als 1-2 Stunden anhalten: alle verwendeten ätherischen Öle nochmals einzeln testen. Fällt das Ergebnis uneindeutig aus,  gegebenenfalls zukünftig alle verwendeten ätherischen Öle meiden.
·      Im Falle von Hautreizungen durch Pflegeprodukte sicherstellen, dass ätherische Öle, die in zu hoher Dosierung zu Hautreizungen führen können, ausreichend verdünnt angewendet wurden! Abwehr- und Reizreaktionen können von zu hoher Dosierung dieser ätherischen Öle herrühren. Falls im verwendeten Pflegeprodukt ohnehin niedrig dosiert wurde (1%), eine noch geringere Dosierung austesten: 1 Tropfen ätherisches Öl auf 10ml Pflanzenöl (0,5%).
·     
Auf diese Weise auch alle anderen Rohstoffe (Pflanzenöle, Pflanzenbuttern, Hydrolate, Wachse, Mineralerden, Gels) testen. Jeden Rohstoff einzeln und pur testen.
Natürlich können auf die selbe Weise auch fertige Produkte (Cremen, Emulsionen, Masken usw.) vor der ersten Anwendung  getestet werden.



Aufbewahrung ätherischer Öle



Foto:Schnappschuss/pixelio.de












· 






  •        Ätherische Öle immer gut verschlossen aufbewahren – sie verdunsten an der Luft sehr schnell.
  •      Ätherische Öle immer kühl (nicht zu warm) und lichtgeschützt aufbewahren. Die ätherischen Öle sind empfindlich gegenüber Licht und Wärme (also nie in die Sonne stellen!). Zum Aufbewahren sollten Fläschchen aus dunklem Glas (blau, grün, braun) verwendet werden.
  •     Ätherische Öle und Naturkosmetikprodukte, die ätherische Öle beinhalten, nicht in Plastik-Behältern aufbewahren. Dies könnte zu unerwünschten chemischen Reaktionen der natürlichen Inhaltsstoffe mit dem Plastik führen. Daher Gefäße aus natürlichen Materialien wie Glas, Porzellan oder Ton verwenden.
  •       Ätherische Öle nicht in die Nähe von Feuer bringen – sie sind leicht entzündlich.
  •      Haltbarkeit von ätherischen Ölen: Zitrusöle sind mindestens ein halbes Jahr haltbar, ohne ihre Wirkung zu verlieren. Alle anderen ätherischen Öle sind im Allgemeinen jahrelang haltbar – durchschnittlich kann man von etwa 3 Jahren ausgehen. 
  •      In Cremen und Balsame, die zur Herstellung erwärmt werden müssen, die ätherischen Öle erst dann einrühren, wenn die Masse auf Handwärme abgekühlt ist. Wäre die Masse noch zu heiß, würden sich die ätherischen Öle verflüchtigen. Ist die Masse zu kalt, verteilen sich die ätherischen Öle nicht mehr gut genug.





10. Januar 2011

Richtige Dosierung ätherischer Öle

Foto:adampauli/pixelio.de


Weil ätherische Öle hochkonzentriert sind, werden sie nie pur angewendet, sondern immer in verdünnter Form!

Einzige Ausnahmen sind Lavendelöl und Teebaum-Öl, die fallweise und auch nur auf kleine Hautstellen (zB Pickel) in kleiner Menge (1 Tropfen) pur aufgetragen werden können.


Um ätherische Öle zu verdünnen, müssen sie in einer Trägersubstanz gelöst werden.
Da sie sich nicht in Wasser, sondern in Öl lösen, werden sie immer in Pflanzenöl als Trägersubstanz gelöst.
Sie lösen sich auch in Alkohol, was etwa bei der Herstellung von Naturparfum zum Tragen kommt.
Weiters lösen sie sich in Honig und Milch(produkten), und verteilen sich auch sehr gut in Salz und Mineralienerde (was wir für Aroma-Bäder und Gesichtsmasken nutzen können).

Ätherische Öle werden immer niedrig dosiert.
Kleine Einsatzmengen reichen aus, damit sie ihre wunderbare Wirkung entfalten können:

Bei Pflegeprodukten (Naturkosmetik) wird eine Einsatzmenge von 1% - 1,5% empfohlen.


Für Produkte zum Zweck der körperlichen Heilung beträgt die Einsatzmenge an ätherischen Ölen 3%. 
Der Umgang mit hohen Einsatzmengen gehört jedoch meines Erachtens in die Hände von Aromatherapeutinnen und Aromatherapeuten.


Aroma-Bäder:  4 – maximal 10 Tropfen ätherischer Öle.
Gesichtsdampfbäder:  1 – maximal 3 Tropfen ätherische Öle

Deos:  können bis zu 3% ätherisches Öl enthalten.


Generell:  Pro Anwendung  insgesamt  maximal 10 Tropfen ätherische Öle !

Das heißt: die Pflegeprodukte, die zum selben Zeitpunkt gleichzeitig angewendet werden, sollten insgesamt nicht mehr als 10 Tropfen ätherisches Öl beinhalten.








Sicherer Umgang mit ätherischen Ölen

Foto:Maren-Be-ler/pixelio.de

   










   Um die wunderbare Wirkung ätherischer Öle genießen zu können, ist es wichtig, sich mit dem richtigen Einsatz vertraut zu machen. Ätherische Öle sind hochwirksame Substanzen, daher bitte immer die folgenden Sicherheitshinweise beachten:

·       Ätherische Öle nicht in die Augen bringen (auch nicht in verdünnter Form).
·       Ätherische Öle nicht auf Schleimhäute bringen
·       Immer nur  verdünnt auf die Haut auftragen, das ätherische Öl niemals pur anwenden
·       Ätherische Öle nicht innerlich einnehmen
·       Bei manchen ätherischen Ölen ist auf Kontraindikationen zu achten (siehe weiter unten)
·       Ätherische Öle immer Kindersicher aufbewahren
·       Im Falle ernsthafter Erkrankungen niemals auf den Arztbesuch verzichten
·       Sollten ähterische Öle unverdünnt in die Augen gelangen, sofort einen Arzt aufsuchen. (Ev. zuvor mit klarem Wasser spülen)
·       Sollten ätherische Öle unverdünnt auf die Haut gelangt sein, mit Seife abwaschen. Beobachten, ob sich Rötungen, Flecken, Pusteln oder dergleichen bilden und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen.
·       Vor der ersten Verwendung eines ätherischen Öles immer einen Allergietest ausführen (siehe weiter unten)

Weitere wichtige Hinweise für sichere Anwendung ätherischer Öle:

Qualität ätherischer Öle erkennen

Foto:adampauli/pixelio.de


Beim Kauf von ätherischen Ölen unbedingt immer auf 100% Reinheit achten!

Die ätherischen Öle können ihre wunderbare Kraft und Wirkung nur dann entfalten, wenn sie in naturreiner, unverfälschter Qualität vorliegen. 




Daher bitte nur zu solchen ätherischen Ölen greifen, auf deren Verpackung angegeben ist, dass es sich um "100% reines ätherisches Öl" handelt.

Es werden sehr oft synthetische „Duftöle“ oder „Parfumöle“ angeboten (zB in Drogeriemärkten, Supermärkten, usw.) – diese Öle haben mit echtem ätherischem Öl nichts zu tun!


Auch die Bezeichnung „naturidentisch“ heißt nichts anderes als: synthetisch.
Manchmal werden Öle auch als „100%ige Essenz“ bezeichnet. Hier handelt es sich meist um synthetische Duftöle, die keinen oder nur sehr geringem Anteil an ätherischem Öl (1% oder weniger) enthalten.
Einige Anbieter bieten gemischte oder gestreckte Öle an. Dabei werden die Essenzen mit Pflanzenöl oder Alkohol (teilweise jedoch auch mit Mineralölen) gemischt, oder einem teureren ätherischen Öl werden weniger teure ätherische Öle hinzugefügt (zB Zitronenöl vermischt mit Lemongrassöl). Sehr oft ist auf dem Etikett davon jedoch nichts vermerkt.

Vor allem einige teure Öle (etwa Jasmin, Rose) oder sehr zähflüssige ätherische Öle (meist aus Harzen) werden manchmal auch mit Alkohol (oder Pflanzenöl) verdünnt angeboten. Hier muss auf dem Etikett angegeben sein, um welches Verdünnungsmittel (zB Alkohol) es sich handelt, und in welchem Verhältnis verdünnt wurde.

Teilweise werden aus Bestandteilen von weniger teuren Ölen Essenzen erzeugt, die ein teures ätherisches Öl vortäuschen (zB aus Bestandteilen der Geranie wird ein Rosenöl zusammengesetzt). 
Solche Öle werden vom Hersteller dann als „natürliches ätherisches Öl“ bezeichnet – was zwar in gewissem Sinne stimmt, weil die Bestandteile natürlichen Ursprungs sind, in ihrer Wirkung entsprechen solche Öle jedoch absolut nicht der Wirkung naturbelassener, unverfälscht reiner Essenzen!

Auch am Preis ist meist zu erkennen, ob Essenzen naturrein sind: wenn unterschiedliche ätherische Öle preislich alle einheitlich oder sehr ähnlich sind, dann kann davon ausgegangen werden, dass die Essenzen nicht naturrein sind. Die unterschiedlichen Preise naturreiner ätherischer Öle ergeben sich daraus, dass die Kultivierung der Pflanzen unterschiedlich aufwändig ist, und dass aus unterschiedlichen Pflanzen unterschiedlich viel ätherisches Öl gewonnen werden kann. Die Herstellung von 1 kg Rosenöl erfordert   etwa 5000 kg frische Rosenblätter,  während für 1 kg Orangenöl "nur" 2000 Früchte benötigt werden.

Damit ein ätherisches Öl als „100% reines  ätherisches Öl“ oder als  „100% naturreines ätherisches Öl“ bezeichnet werden darf, muss es ausschließlich aus der Stammpflanze gewonnen worden sein!
Die beste Qualität haben ätherische Öle aus Wildwuchs oder biologischem Anbau.
Vor allem bei billigen Ölen ist Vorsicht geboten. Sie stammen aus Pflanzen, die auf riesigen Anbauflächen kultiviert und mit großen Mengen an Pestiziden und Kunstdünger behandelt wurden. In den ätherischen Ölen finden sich dann Rückstände an Pestiziden.
Mittlerweile werden bereits sehr viele ätherische Öle in biologischer Qualität – kontrolliert biologischer Anbau (kbA) – angeboten.


 Ätherische Öle höchster Qualität  müssen auf dem Etikett folgende Angaben aufweisen:

·       "100% naturreines ätherisches Öl", oder "100% reines ätherisches Öl"
·       Deutscher Pflanzenname
·       Botanischer Pflanzenname
·       Ursprungsland der Pflanze
·      Herstellungsverfahren  (Wasserdampfdestillation, Extraktion, CO2-Extraktion, Kaltpressung)
·      Im Falle von Extraktion: Bezeichnung des Lösungsmittels und Angaben bezüglich erfolgter Rückstandskontrolle
·      Anbauart: konventioneller Anbau, kontrolliert biologischer Anbau (kbA), Wildsammlung
·       Chargennummer
·       Oft auch Mindesthaltbarkeitsdatum und/oder Abfülldatum
·       Hinweis auf kindersichere Aufbewahrung


Sollte das ätherische Öl in verdünnter Form vorliegen oder verschiedene Öle gemischt worden sein, zusätzlich noch folgende Angaben:

  • Verdünnungsmittel und Verdünnungsverhältnis
  • Namen der miteinander gemischten ätherischen Öle und Mischungsverhältnis



    Was sind Ätherische Öle?

    Foto:Daarom/pixelio.de

    Ätherische Öle sind ein ganz besonderer Schatz! 
    So oft werden sie nur wegen ihres wunderbaren Duftes eingesetzt – auch wenn sie diese Funktion herrlich erfüllen, ist es einfach unsagbar schade, wenn sie nur auf diese eine Komponente beschränkt werden.

    Ätherische Öle sind so viel mehr als bloß guter Duft: Ätherische Öle sind hochwirksame Essenzen!




    Ätherische Öle sind hoch komplexe Wirkstoffe, die sich jeweils aus bis zu 200 Einzelbestandteilen (und mehr) zusammensetzen.  Jedes ätherische Öl ist etwas ganz einzigartiges!

    Aber ätherische Öle sind nicht nur sehr komplex, sie sind auch hochkonzentrierte Wirkstoffe: durchschnittlich sind die ätherischen Öle 70mal so konzentriert, wie in der Pflanze aus der sie stammen.
    Daher werden ätherische Öle immer niedrig dosiertKleine Einsatzmengen reichen aus, damit sie ihre wunderbare Wirkung entfalten können!

    Aus dem selben Grund werden sie nie pur angewendet, sondern immer in verdünnter Form.
    Da sie sich nicht in Wasser, sondern in Öl lösen, werden sie daher immer in Pflanzenöl als Trägersubstanz gelöst.

    Die Wirkungsweise ätherischer Öle ist so vielfältig, dass dieses Thema ein eigenes Buch füllen würde! 
    Ätherische Öle wirken ganzheitlich, d.h. sie wirken auf Körper, Geist und Seele gleichermaßen.

    Die Verwendung ätherischer Öle für unser Wohlbefinden, und das Wissen über die vielfältigen Wirkungsweisen der unterschiedlichen ätherischen Öle ist ein uralter, überlieferter Erfahrungsschatz!
    Dieses ca. 4.000 Jahre alte Wissen – über das die Heiler der Babylonier, Ägypter, Chinesen, Inder oder alten Römer und Griechen verfügten -  wird jetzt zunehmend auch von der modernen Wissenschaft entdeckt: natürliche ätherische Öle und deren Wirkstoff-Kompositionen entfalten Ihre Wirkungen auf Körper, Geist und Seele.

    Die Bezeichnung „Ätherische Öle“  kommt daher, dass sie sich sehr leicht in die Luft  verflüchtigen: Ätherisch bedeutet: himmlisch -  es leitet sich aus dem Griechischen her: aither = „oberer Himmel“.

    Ätherische Öle sind die Essenz einer Pflanze, oft werden sie auch als die Seele der Pflanze bezeichnet. Sie sind das Essentielle an der Pflanze - das, was der Pflanze ihre Wirksamkeit verleiht.  
    Daher werden ätherische Öle auch Essenzen genannt. Essenzen sind Energieträger, sie beinhalten die Lebenskraft der Pflanze.
    In der Pflanze sind die ätherischen Öle in Ölzellen eingelagert. 
    Diese Öltröpfchen finden sich in verschiedensten Pflanzenteilen: Blüten, Blätter, Wurzeln, Früchten Zweigen, Rinden, Samen, Nadeln, Schalen oder Harz. 


    © Isabella Metzger